18.07.2026
Unser Hotel erwartet den Check-Out bis 12 Uhr; also sehr relaxt. Und wir bekommen 20 Prozent Rabatt auf die Parkhausgebühren – normalerweise kosten 24 Stunden 42 Euro!
Nur 20 Minuten fahren wir zum Fähranleger nach Tallinn. Die Fähre ist ein Riesenpott, der Auto um Auto „verschluckt“. Von Deck 8 bis Deck 11 ist bestens für Unterhaltung während der zweistündigen Überfahrt gesorgt. Allein ein Deck ist die reine Shopping-Mall – zu gepfefferten Preisen.
In Tallinn dauert es theoretisch nur 15 Minuten bis zu unserer Bleibe: Hotel Schlössle. Allerdings ist das Hotel mitten in der Altstadt gelegen und das Routing per Google-Maps ist problematisch. Auto stehen gelassen und zu Fuß weiter und gefunden! Nächstes Problem: Wo parken wir unser Auto? Das Hotelpersonal ist behilflich und empfiehlt einen nahe gelegenen Parkplatz und die Europark-App. Die ist schnell installiert und so tickt die Parkuhr. Hier werden für 24 Stunden 25 Euro fällig.
Alles ist unter Dach und Fach und wir können entspannt auf die Suche nach einem Restaurant gehen. Dort, wo schon Gäste sitzen, kann es nicht so schlecht sein. Auf diese Weise landen wir im Restaurant Dominic, was sich als eine seeehr gute Wahl erweist.
19.07.2026
Im Hotel Schlössle frühstückt man im hervorragend sanierten Gewölbekeller. Das Angebot lässt keinerlei Wünsche offen.


Unser Ziel ist heute Schloss Katharinental. Das hat sich einstmals Zar Peter I. als Sommerresidenz von einem italienischen Architekten erbauen lassen. Umgeben ist es von einem weitläufigen Park mit herrlichem Baumbestand. Das Schloss ist zu besichtigen und beherbergt neben prachtvollen Sälen und Räumen eine kleine, aber feine Gemäldesammlung.


Nur 300 m entfernt, im ehemaligen Küchengebäude, befindet sich die Sammlung von Johann Mikkel. Ein wildes Sammelsurium quer durch alle Stile und Epochen, Hauptsache alt und wertvoll.
Ein ganz anderes Kaliber ist das KUMU, das estnische Kunstmuseum. Wieder ein Architektur-Highlight erster Güte, das den Besuch wert ist. In großzügigen Sälen wird Kunst aus dem Baltikum, beginnend um 1800 bis heute, ausgestellt.
20.07.2026
Erfreulicherweise hat Spanien die Fußball-WM gewonnen. Die Inszenierung um das Spiel herum war schrecklich anzuschauen.
Wir erkunden heute Tallinns Altstadt, die übrigens zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Als Startpunkt dient das Rathaus. Die Architektur ist spätgotisch und stammt vom Anfang des 15. Jahrhunderts. Das Gebäude ist – abgesehen vom Turm – weitestgehend unverändert geblieben.
Am Rande des Rathausplatzes befindet sich eine der ältesten, immer noch in Betrieb befindlichen Apotheken Europas. Die Entstehungszeit ist analog der des Rathauses.



Entlang der historischen Straße namens „Lai“ stoßen wir immer wieder auf alte Gildehäuser. Übrigens: Das Straßenpflaster ist gefühlt ebenso 15. Jahrhundert und erfordert gutes Schuhwerk.
Am Ende der Lai steht die Olai-Kirche. Interessant daran ist der Turm, den es zu besteigen gilt. Diesmal sind 10 Euro (Senior A. 5 Euro 🙂 ) fällig. Die Wendeltreppe ist mittelalterlich schmal, keinesfalls DIN-gerecht, und mit Gegenverkehr! Von dem schmalen Rundgang in luftiger Höhe ist die ganze Stadt zu übersehen. Nichts für Leute mit Höhenangst! Dazu kommen die Ignoranten, die die überdeutliche Aufforderung zum Rechtsherumgehen nicht wahr genommen haben.

Schließlich ersteigen wir einen zugänglichen Teil der imposanten Stadtmauer, die im Mittelalter die gesamte Unterstadt (Reval) umschloss. Ein beein-druckendes Erlebnis!


Über getyourguide haben wir um eins eine Stadtführung auf englisch gebucht. Auf deutsch wäre sie doppelt so teuer gewesen … Die Gruppe besteht aus lediglich acht Leuten und unserem Guide Max, ein schnell sprechender, gestenreicher und witziger junger Mann. Er gibt uns einen kurzen Überblick über die wechselvolle Geschichte der Esten, die von Dänen, Schweden, Russen, Deutschen und wieder Russen beherrscht wurden. Bevor es los geht, wirft Max einen Blick auf die Schuhe der Teilnehmer – siehe oben. Die Tour führt uns in die Oberstadt, den Domberg. Im Mittelalter eine eigene Stadt, in der die Aristokratie, vornehmlich die Baltendeutschen, wohnten. Heute residiert das Parlament im Schloss, das Katharina die Große vor die alte Festung setzen ließ, und viele der historischen Gebäude beherbergen Teile der estnischen Regierung. Der Domberg war nur über zwei Zugänge zu erreichen: Das lange Bein (für Pferdefuhrwerke) und das kurze Bein (Fußgänger).

Nach zwei Stunden fühlten wir uns umfassend informiert. Max entließ uns mit Hinweisen auf Restaurants, die estnische, moderne Küche bieten. Dankbar greifen wir das gesagte auf und steuern zielstrebig das „Munga Kelder“ – den Mönchskeller – an. Wir empfehlen das Restaurant gern weiter, nicht zuletzt wegen der moderaten Preise.