Baltica07 – Ostseebad Pärnu

27.07.2026

Wir brechen unsere Zelte auf Saaremaa ab und fahren gen Süden nach Pärnu. Direkt am Meer gelegen ist dies das Sommerparadies Estlands. Eine altes Seebad mit weitem Sandstrand – so der Reiseführer.

Quartier beziehen wir in der Villa Ammende. 1904/05 erbaut vom gleichnamigen Unternehmer, der seiner Tochter ein stilvolles Ambiente für deren Hochzeit bieten wollte. Heute beherbergt die hervorragend restaurierte Villa ein Hotel und ist von einem weitläufigen Park umgeben. Wow!


Der Strand ist tatsächlich weitläufig, erinnert etwas an Warnemünde; nur wesentlich weniger Menschen. Ein Rundgang durch die Straßen in Strandnähe bietet einen Blick auf viele historische Villen aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts, die heute Hotels und Restaurants beherbergen. Auch hier kommt keineswegs das Gefühl auf, dass die Stadt von Touristen überschwemmt ist.

28.07.2026

Die Wettervorhersage verheißt angenehmes Wanderwetter. Und so fahren wir nach dem Frühstück los in Richtung des Nationalparks Soomaa. Aber zunächst halten wir an der Ciderie „Tori“, gelegen quasi am Rand des Parks. Versteckt in einem kleinem Dorf befindet sich die Produktion und der Hofladen, in der Umgebung die dazugehörigen 6000 Apfelbäume. Die Ciderie wird von einem Ehepaar allein betrieben und die Besitzerin gibt uns einen ausführlichen Überblick über ihr Angebot und natürlich dürfen wir auch kosten … Letztlich muss eine Kiste im Auto noch Platz finden. Dringende Empfehlung!

Weder im Reiseführer oder im Wanderführer oder auf Komoot sind Wanderungen durch den Nationalpark verzeichnet. Also steuern wir das Informationszentrum des knapp 400 km² großen Nationalparks an, versorgen uns mit Kartenmaterial und entscheiden uns für zwei Rundgänge. Durch das Moor führen Bohlenwege, die zwischen zwei und fünf Kilometer lang sind. Bei beiden Routen durchwandern wir zunächst Wald und gelangen dann auf die Moorflächen, die immer wieder von kleinen Moorseen durchsetzt sind. Darin darf man baden! Was Johannes dann tatsächlich auch macht 🙂

Die Natur ist phantastisch. Unberührt, weit, alle Schattierungen von Grün nehmen wir wahr. Unsere dringende Empfehlung: Ordentlichen Mückenschutz vorab auftragen, am besten Nobite.

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Baltica06 – Auf Saaremaa (Fortsetzung)

24.07.2026

Das erste Ziel des heutigen Tages ist die Inselhauptstadt Kuressaare genauer gesagt die Burg Arensburg. Anfänge gehen zurück auf das 14. Jahrhundert und den Deutschen Orden in seinem Bemühen, das widerspenstige Estland zu christianisieren.

Uns präsentiert sich eine weitläufige, trutzige Wasserburg. Auf den Bastionen herrscht um ein großes Veranstaltungszelt herum geschäftiges Treiben. Sogar Koloraturen erklingen. Der gesellschaftliche Höhepunkt des Jahres macht sich bemerkbar: Das Opernfestival von Kuressaare. Weitere Indizien: Große Yachten im Hafen, teure Limousinen im Ort.

Zurück in die Burg. Bewaffnet mit einem Audioguide durchstreifen wir das bemerkenswert gut erhaltene Bauwerk. Über viele Jahre war es Bischofssitz. Damit die ehrwürdigen Kleriker nicht frieren, gab’s schon damals eine Warmluftheizung (Fachbegriff: Hypokaustheizung). Beeindruckend. Die Burgmauern beherbergen auch das Saaremaa-Museum. Es vermittelt den Eindruck, dass die Ausstellung vor 50 Jahren konzipiert wurde und sich seitdem nichts geändert hat. Der Hammer: Eine Ecke ist Marx, Engels, Lenin und Stalin gewidmet. Krass.

Nach einem kurzen Stadtrundgang fahren wir zum Flugplatz. Pünktlich landet die Maschine aus Helsinki, der Anni und Johannes entsteigen. Sie werden die nächsten sieben Tage mit uns verbringen.
Auf dem weitläufigen Gelände unseres Ferienhauses gibt es noch eine weitere Hütte: Die Grillhütte. Zu viert lohnt es sich, den Grill anzuwerfen. Und das bei bestem Grillwetter …

25.07.2026

Es zieht uns in den Inselnorden, an die Steilküste von Panga, estnisch Panga Pank. Auf einer zehn Kilometer langen Wanderung entlang der Küste und zurück durch den Wald wollen wir uns diese Landschaft erschließen. Der erste Teil des Weges führt auf 2,5 km entlang der ca. 10 m hohen Abbruchkante. An einer Stelle ist ein dickes Tau angebracht, an dem man(n) sich die Wand hinab hangeln kann. Bedenke, Du musst auch wieder hinauf :-).

Je weiter wir gehen, um so weniger Wanderer treffen wir. Der letzte Teil des Weges führt über eine ausgedehnte Weide und tatsächlich erst am Ende treffen wir auf die Rinderherde, die uns zunächst beäugt und dann Reißaus nimmt.


Zielpunkt der Wanderung ist das vom Falstaff mit 82 Punkten (!) bewertete Restaurant Kliff. Wir werden als Erstes darauf hingewiesen, dass wir – falls wir etwas essen wollen – mindestens 30 Minuten Wartezeit einplanen sollen. Okay, wir sind ja nicht auf der Flucht. Kurz gesagt: Das Essen war super, der Service eher unterirdisch.

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Baltica05 – Auf Saaremaa

21.07.2026

Wir verabschieden uns von Tallinn und fahren im Dauerregen gen Süden nach Virtsu. Von hier geht die Fähre hinüber auf die kleine Insel Muhu. Dank des vorab gebuchten E-Tickets rollen wir ohne lange Wartezeit auf die überraschend große Fähre. Die Überfahrt dauert lediglich eine halbe Stunde. Trotzdem stürzen sich viele Fahrgäste auf das Speisenangebot.

Reisescout Silke hat herausgefunden, dass es auf Muhu eine Brotbäckerei gibt, die ob der Qualität ihrer dunklen Sauerteigbrote weithin bekannt ist. Seit wohl 13 Jahren wird der Sauerteigansatz durchgehend gepflegt! Da sie am Wege liegt, nichts wie hin. Das Brot ist tatsächlich köstlich!

Von Muhu führt ein Damm hinüber nach Saaremaa. Die größte der estnischen Inseln ist mehr als dreimal so groß wie Rügen. Zu Sowjetzeiten militärisches Sperrgebiet (zu nahe an Schweden??) hat sich auf der Insel viel Ursprüngliches erhalten. So überrascht es nicht, dass unser Ferienhaus einsam und abgelegen inmitten Wiesen und Wäldern liegt. Nach der turbulenten Altstadt Tallinns „dröhnt“ die Stille in den Ohren.

22.07.2026

Der Wetterbericht bestärkt uns in dem Vorhaben heute auf Wanderschaft zu gehen. Nach kurzer Fahrt auf zum Ende hin immer schmaler werdender Straße erreichen wir den Wanderparkplatz am Moor Koigi raba. Die hervorragend präparierte Runde, zu großen Teilen auf Bohlenwegen, führt in einem weiten Bogen um einen der drei Moorseen. Eine bemerkenswert intakte Natur, herrlich. Und menschenleer!


Die Runde war etwas kurz. Nach so viel Wald und Moor wäre doch ein Blick auf’s Meer angebracht. Und da bietet es sich doch an, von unserem Ferienhaus die zweieinhalb Kilometer bis hinunter ans Wasser zu „John’s Place“ zu laufen. Auf einer kleinen Landzunge befindet sich ein idyllischer Zeltplatz, daneben eine kleine Marina und eben jenes Restaurant. Irgendwie überdimensioniert kommt es uns vor, es herrscht gähnende Leere. Aber das Essen ist gut und der Kuchen zum Dessert ist ein Gedicht!

23.07.2026

Auf einer kleinen Rundreise werden wir heute den Inselnorden erkunden. Erste Station ist der Einschlagkrater eines 80-Tonnen-Meteoriten bei Kaali. Die Masse ist wohl gesichert, das Wann eher unsicher. Der relativ kleine, kreisrunde Krater erinnert an die Mare in der Eifel.


Unweit der Einschlagstelle entdecken wir ein Schulgebäude, in dem während des Sommers lokale Handarbeiten angeboten werde. Der Knaller findet sich im Eingangsbereich, sehr prominent platziert.


Auf einem dem Winde ausgesetzten Hügel nahe Angla haben fünf der früher wohl 800 Windmühlen auf Saaremaa die Zeiten überdauert. Heute bilden sie ein Museum, ergänzt um diverse alte landwirtschaftliche Maschinen – unter anderem eine Dreschmaschine von Heinrich Lanz. Zwei der Mühlen sind auch von Innen zu besichtigen. Immer wieder begeistert uns die solide Handwerkskunst vergangener Zeiten.


Deutlich älter ist die Kirche von Karja. Das Bauwerk wurde Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrhunderts im gotischen Stil erbaut. Von außen sehr schlicht, offenbart sich der wahre Reichtum im Innenraum. Steinmetzarbeiten aus der Entstehungszeit zeigen skurrile Details. Wir sind uns einig: Das ist das kulturhistorische Highlight auf Saaremaa!


Auf dem Rückweg entlang der Nordküste legen wir noch einen Stopp am „Pulli Pank“ ein. Dahinter verbirgt sich ein „Kliff“. Für uns wurde aus einer Mücke ein Elefant gemacht …

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Baltica04 – Tallinn

18.07.2026

Unser Hotel erwartet den Check-Out bis 12 Uhr; also sehr relaxt. Und wir bekommen 20 Prozent Rabatt auf die Parkhausgebühren – normalerweise kosten 24 Stunden 42 Euro!

Nur 20 Minuten fahren wir zum Fähranleger nach Tallinn. Die Fähre ist ein Riesenpott, der Auto um Auto „verschluckt“. Von Deck 8 bis Deck 11 ist bestens für Unterhaltung während der zweistündigen Überfahrt gesorgt. Allein ein Deck ist die reine Shopping-Mall – zu gepfefferten Preisen.

In Tallinn dauert es theoretisch nur 15 Minuten bis zu unserer Bleibe: Hotel Schlössle. Allerdings ist das Hotel mitten in der Altstadt gelegen und das Routing per Google-Maps ist problematisch. Auto stehen gelassen und zu Fuß weiter und gefunden! Nächstes Problem: Wo parken wir unser Auto? Das Hotelpersonal ist behilflich und empfiehlt einen nahe gelegenen Parkplatz und die Europark-App. Die ist schnell installiert und so tickt die Parkuhr. Hier werden für 24 Stunden 25 Euro fällig.

Alles ist unter Dach und Fach und wir können entspannt auf die Suche nach einem Restaurant gehen. Dort, wo schon Gäste sitzen, kann es nicht so schlecht sein. Auf diese Weise landen wir im Restaurant Dominic, was sich als eine seeehr gute Wahl erweist.

19.07.2026

Im Hotel Schlössle frühstückt man im hervorragend sanierten Gewölbekeller. Das Angebot lässt keinerlei Wünsche offen.

Unser Ziel ist heute Schloss Katharinental. Das hat sich einstmals Zar Peter I. als Sommerresidenz von einem italienischen Architekten erbauen lassen. Umgeben ist es von einem weitläufigen Park mit herrlichem Baumbestand. Das Schloss ist zu besichtigen und beherbergt neben prachtvollen Sälen und Räumen eine kleine, aber feine Gemäldesammlung.

Nur 300 m entfernt, im ehemaligen Küchengebäude, befindet sich die Sammlung von Johann Mikkel. Ein wildes Sammelsurium quer durch alle Stile und Epochen, Hauptsache alt und wertvoll.

Ein ganz anderes Kaliber ist das KUMU, das estnische Kunstmuseum. Wieder ein Architektur-Highlight erster Güte, das den Besuch wert ist. In großzügigen Sälen wird Kunst aus dem Baltikum, beginnend um 1800 bis heute, ausgestellt.

20.07.2026

Erfreulicherweise hat Spanien die Fußball-WM gewonnen. Die Inszenierung um das Spiel herum war schrecklich anzuschauen.

Wir erkunden heute Tallinns Altstadt, die übrigens zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Als Startpunkt dient das Rathaus. Die Architektur ist spätgotisch und stammt vom Anfang des 15. Jahrhunderts. Das Gebäude ist – abgesehen vom Turm – weitestgehend unverändert geblieben.

Am Rande des Rathausplatzes befindet sich eine der ältesten, immer noch in Betrieb befindlichen Apotheken Europas. Die Entstehungszeit ist analog der des Rathauses.

Entlang der historischen Straße namens „Lai“ stoßen wir immer wieder auf alte Gildehäuser. Übrigens: Das Straßenpflaster ist gefühlt ebenso 15. Jahrhundert und erfordert gutes Schuhwerk.

Am Ende der Lai steht die Olai-Kirche. Interessant daran ist der Turm, den es zu besteigen gilt. Diesmal sind 10 Euro (Senior A. 5 Euro 🙂 ) fällig. Die Wendeltreppe ist mittelalterlich schmal, keinesfalls DIN-gerecht, und mit Gegenverkehr! Von dem schmalen Rundgang in luftiger Höhe ist die ganze Stadt zu übersehen. Nichts für Leute mit Höhenangst! Dazu kommen die Ignoranten, die die überdeutliche Aufforderung zum Rechtsherumgehen nicht wahr genommen haben.


Schließlich ersteigen wir einen zugänglichen Teil der imposanten Stadtmauer, die im Mittelalter die gesamte Unterstadt (Reval) umschloss. Ein beein-druckendes Erlebnis!


Über getyourguide haben wir um eins eine Stadtführung auf englisch gebucht. Auf deutsch wäre sie doppelt so teuer gewesen … Die Gruppe besteht aus lediglich acht Leuten und unserem Guide Max, ein schnell sprechender, gestenreicher und witziger junger Mann. Er gibt uns einen kurzen Überblick über die wechselvolle Geschichte der Esten, die von Dänen, Schweden, Russen, Deutschen und wieder Russen beherrscht wurden. Bevor es los geht, wirft Max einen Blick auf die Schuhe der Teilnehmer – siehe oben. Die Tour führt uns in die Oberstadt, den Domberg. Im Mittelalter eine eigene Stadt, in der die Aristokratie, vornehmlich die Baltendeutschen, wohnten. Heute residiert das Parlament im Schloss, das Katharina die Große vor die alte Festung setzen ließ, und viele der historischen Gebäude beherbergen Teile der estnischen Regierung. Der Domberg war nur über zwei Zugänge zu erreichen: Das lange Bein (für Pferdefuhrwerke) und das kurze Bein (Fußgänger).

Nach zwei Stunden fühlten wir uns umfassend informiert. Max entließ uns mit Hinweisen auf Restaurants, die estnische, moderne Küche bieten. Dankbar greifen wir das gesagte auf und steuern zielstrebig das „Munga Kelder“ – den Mönchskeller – an. Wir empfehlen das Restaurant gern weiter, nicht zuletzt wegen der moderaten Preise.

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Baltica03 – Impressionen aus Helsinki

16.07.2026

Helsinki ist überschaubar groß und von unserem zentral gelegenen Hotel gut zu Fuß zu erkunden.

Wir nähern uns zuerst den weit aufragenden und weiß strahlenden Dom. Ein beeindruckender Anblick. Den laut Reiseführer schmucklosen Innenraum sparen wir uns – kostet natürlich Eintritt. Vorbei am monumentalen Hauptbahnhof führt unser Weg in das Stadtviertel Kallio. Auf dem Weg liegt der Botanische Garten. Eine grüne Oase!


Entlang einer der zahllosen Uferpromenaden dieser Stadt erreichen wir unser Ziel: Die wie ein Granitfels aufragende Kallio-Kirche. Eine brachiale Fassade gefügt aus riesigen Blöcken. Der Innenraum wirkt dagegen überraschend leicht und luftig, verziert mit viel Jugendstil-Ornamenten. Wir platzen mitten in ein mittägliches Orgelkonzert. Sehr schön und: For free! Wer mag, kann den den steil aufragenden Kirchturms erklimmen.

Endpunkt dieses Rundgangs ist die kleine Insel Tervasaari, die bequem über einen Damm zu erreichen ist. Das Restaurant „Rogue Rouge“ offeriert ein sehr gutes Drei-Gänge-Menü, frische Zutaten, toller Service und eine geniale Lage.

Für den Abend haben wir über Getyourguide eine zweieinhalbstündige „Kreuzfahrt“ durch die Schären vor Helsinki gebucht. In dem weich zeichnenden Abendlicht sehen die Felseninseln mit ihren Sommerhäuschen besonders schön aus.

17.07.2026

Nach wie vor ist uns Petrus hold: Sonnenschein, um die 23 °C, kein Regen in Sicht – so wie auch an den beiden letzten Tagen.

Ein Fußmarsch von ca. 30 Minuten führt zum Highlight des Tages: Der Felsenkirche. Von außen kaum erkennbar, weil perfekt in die umgebenden Felsen integriert, ist der Anblick beim Betreten des Innenraums einfach überwältigend. Roher Fels, Glas und Kupfer erzeugen ein Raumgefühl, das seinesgleichen sucht. In der 1969 geweihten Kirche finden 750 Menschen Platz. Die Akustik ist wohl hervorragend. Pro Jahr 400 Konzerte sprechen für sich. Ein Tipp: Möglichst zeitig besuchen, bevor Busladungen Touristen einfallen.

Das HAM – Helsinki Art Museum – öffnet ab 11 Uhr und wir sind pünktlich vor Ort. 😉 Insbesondere Kunst der Gegenwart ist hier zu finden. Spannend ist das Gebäude, das für die 1940 geplanten Olympischen Spiele erbaut wurde und vier Tennisfeldern Platz bot. Die Spiele fielen aus, das Gebäude blieb.

Weiter geht’s entlang des riesigen Shopping-Centers Kamppi mit integriertem unterirdischen Busbahnhof und Metrostation zum ebenso unterirdischen Kunstmuseum Amos Rex. Zuvor besuchen wir die „Kapelle der Stille“. Platziert am Rande des lebhaften Platzes vor der Shopping-Mall könnte sie leicht übersehen werden. Zwar ist der vollständig aus Holz bestehende Bau 12 m hoch, trägt aber keinerlei Insignien einer Kirche. Der schallisolierte Innenraum beeindruckt durch seine karge Gestaltung.

Nun aber hinunter in den 2000 m² großen Ausstellungsraum des Amos Rex. Auch hier wieder: Der Eindruck ist überwältigend! Der weitläufige Raum beherbergt zahlreiche Installationen, Videoarbeiten, Grafiken von jungen Künstlern. Avantgarde. In einem Nebenraum finden sich ein paar impressionistische Gemälde aus der Sammlung des Mäzens diese Museums: Amos Valentin Anderson.

Zur Abwechslung darf nach so viel Moderne etwas Klassisches genossen werden. Im 1842 errichteten Stadtpalast des reichen russischen Bierbrauers Sinebrychoff werden wir fündig. Einerseits geben die Räumlichkeiten Einblicke in die großbürgerliche Wohnkultur zwischen 1890 und 1910, andererseits beherbergen sie eine Sammlung Alter Meister, die Paul S. (ein Großneffe) und seine Frau Fanny anlegten. Cranach, Rembrandt, Brueghel, … Die Brauerei existiert immer noch und gehört heute zu Carlsberg. Die populäre Marke ist „Koff“.


Nach einem angenehmen Lunch im Restaurant Boulevard mäandern wir Richtung Süden bis an die Uferpromenade. Vom Café Ursula haben wir einen genialen Blick hinüber zur Festungsinsel Suomenlinna.


Der Uferlinie Richtung Westen folgend, vorbei an diversen Strandbars und Bootsliegeplätzen, erreichen wir die Huvilakatu. In dieser Straße reiht sich ein Jugendstilhaus an das andere. Jedes Haus ist individuell gestaltet. Vielfach sind typische Ornamente und Verzierungen zu sehen. Vorbei am Observatorium erreichen wir unser Hotel „Fabian“.

Morgen überqueren wir die Ostsee Richtung Tallinn.

Als Fazit: Helsinki ist einen Besuch wert, möglichst bei gutem Wetter. Es gibt viel zu sehen, die Stadt hat Flair, die vorgelagerten Inseln sind ein Highlight. Allerdings: Helsinki ist nicht billig, die Kreditkarte sollte belastbar sein. Im Rückblick ärgern wir uns, nicht die Helsinki-Card gekauft zu haben. Wenigstens hat der Senior Andreas in einigen Museen Rabatt bekommen …

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Baltica02 – Helsinki, Stadt am Meer

15.07.2026

Nach halbstündiger Fahrt sind wir am zentrumsnahen Hafen angekommen. Nichts für Sparfüchse: Die Parkgebühren sind gepfeffert! 40 Euro werden für fünf Stunden fällig.

Unser Ziel sind die Festungsinseln Suomenlinna. Das Fährticket ist eine ÖPNV-Tageskarte der Zone AB und mit rund 10 Euro günstig. Am Fähranleger stehen wir am Ende einer ca. 100 m langen Warteschlange. Uffz! Das wird dauern … Nö, die nächste Fähre legt an, alle kommen mit.

Die Helsinki vorgelagerten Inseln wurden beginnend im 18. Jahrhundert befestigt, immer weiter ausgebaut und erst 1973 vom Militär verlassen. Sie zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Dass mitten in der Woche solche Scharen von Touristen die Inseln bevölkern, war nicht zu erwarten. Ein steter Wechsel aus Bastionen, Kassematten, Gebäuden, Grünanlagen und Ausblicken in die Schärenwelt sind den Besuch wert. Aber das Highlight – unsere dringende Empfehlung – waren für uns Ambiente, Menü und Service im Restaurant „Adlerfelt“. Die Rundtour absolvieren wir in brüllender Hitze von 28 ° C – für Hesinkier Verhältnisse.

Als Wohltat empfinden wir das klimatisierte Zimmer im Hotel „Fabian“, das wir nach der Rückkehr von den Inseln in Besitz nehmen.

Frisch renoviert und etwas erholt begeben wir uns auf eine abendliche Runde am Kappatori, dem Stadthafen. Auf der Roof-Top-Terrasse des „Allas“ hat man einen wunderbaren Blick über das Hafenbecken. Aber das People Watching hat auch einen hohen Unterhaltungswert …

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Baltica01 – Mit der Fähre von Travemünde nach Helsinki

13.07.2026

Auf geht’s! Die bisher längste Reise. Vor uns liegen fast sechs Wochen rund um die östliche Ostsee.

Wir beginnen mit einer entspannten Fährfahrt von Travemünde nach Helsinki. Das Einschiffen findet erst spätabends statt und so bleibt Zeit für eine gemütliche Fahrt zunächst nach Schwerin. Gelegenheit, um Vergessenes zu kaufen 🙂 und im Restaurant „Lukas“ zu Abend zu essen (montags geöffnet :-).

Am Terminal in Travemünde sind wir keinesfalls die Ersten, die Warteschlange ist beeindruckend lang. Wichtig: Möglichst gleich in die richtige Reihe fahren: Finnlines, ganz rechts. Am Check-Inn-Schalter liegt alles parat, nur die Ausweise vorzeigen und dann Aufstellung genommen in Lane 3.

Ziemlich pünktlich um elf rollen die ersten PkW auf’s Schiff. Über immer schmaler werdende Rampen landen wir schließlich auf Deck 8. Die Sachen für die Überfahrt geschnappt und ein Deck höher zu unserer Kabine gegangen. Klein, aber fein und mit großem Fenster. Die Uhren auf finnische Zeit eine Stunde vorgestellt, einen Schlummertrunk eingenommen und ab ins Bett.

14.07.2026

Ein deutlich spürbares Vibrieren und Rumpeln deutet mitten in der Nacht darauf hin, dass sich die „Finnlady“ auf dem Weg gemacht hat.

Erfreulich: Frühstück ab neun Uhr. Wir haben das „Mahlzeitenpaket“ gebucht und das üppige Büffet signalisiert: das war richtig!

Der Tag auf See lässt sich bei herrlichem Sonnenschein und mäßigem Wind sehr gemütlich auf dem Sonnendeck mit Lesen und People-Watching verbringen. Wer mag kann Sauna, Fitness-Studie oder Kinder-Welt nutzen.

Zum abendlichen Dinner werden überraschend unsere Mahlzeitenpaket-Karten kontrolliert. Kein Wunder: Das Angebot übertrifft alle Erwartungen! Kreuzfahrtatmosphäre kommt auf, als das Duo Kruuvaus – zwei Damen und ein Roland-Piano – seinen Auftritt beginnt. Sie singen sich kreuz und quer durch die Pop-Hits der 80iger/90iger Jahre.

15.07.2026

Frühstück bereits um acht, maximal bis neun Uhr. Pünktlich um zehn laufen wir in Helsinkis Hafen ein. Unser Parkdeck wird als letztes „geleert“. Spannend und so noch nie erlebt: Rückwärts aus der Lane fahren und dann die Rampe hinunter. Aber alles kein Problem und schließlich haben wir wieder festen Boden unter den Reifen.

Fazit: Ein entspannter Start unserer Reise. Gern zur Nachahmung empfohlen.

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