Baltica03 – Impressionen aus Helsinki

16.07.2026

Helsinki ist überschaubar groß und von unserem zentral gelegenen Hotel gut zu Fuß zu erkunden.

Wir nähern uns zuerst den weit aufragenden und weiß strahlenden Dom. Ein beeindruckender Anblick. Den laut Reiseführer schmucklosen Innenraum sparen wir uns – kostet natürlich Eintritt. Vorbei am monumentalen Hauptbahnhof führt unser Weg in das Stadtviertel Kallio. Auf dem Weg liegt der Botanische Garten. Eine grüne Oase!


Entlang einer der zahllosen Uferpromenaden dieser Stadt erreichen wir unser Ziel: Die wie ein Granitfels aufragende Kallio-Kirche. Eine brachiale Fassade gefügt aus riesigen Blöcken. Der Innenraum wirkt dagegen überraschend leicht und luftig, verziert mit viel Jugendstil-Ornamenten. Wir platzen mitten in ein mittägliches Orgelkonzert. Sehr schön und: For free! Wer mag, kann den den steil aufragenden Kirchturms erklimmen.

Endpunkt dieses Rundgangs ist die kleine Insel Tervasaari, die bequem über einen Damm zu erreichen ist. Das Restaurant „Rogue Rouge“ offeriert ein sehr gutes Drei-Gänge-Menü, frische Zutaten, toller Service und eine geniale Lage.

Für den Abend haben wir über Getyourguide eine zweieinhalbstündige „Kreuzfahrt“ durch die Schären vor Helsinki gebucht. In dem weich zeichnenden Abendlicht sehen die Felseninseln mit ihren Sommerhäuschen besonders schön aus.

17.07.2026

Nach wie vor ist uns Petrus hold: Sonnenschein, um die 23 °C, kein Regen in Sicht – so wie auch an den beiden letzten Tagen.

Ein Fußmarsch von ca. 30 Minuten führt zum Highlight des Tages: Der Felsenkirche. Von außen kaum erkennbar, weil perfekt in die umgebenden Felsen integriert, ist der Anblick beim Betreten des Innenraums einfach überwältigend. Roher Fels, Glas und Kupfer erzeugen ein Raumgefühl, das seinesgleichen sucht. In der 1969 geweihten Kirche finden 750 Menschen Platz. Die Akustik ist wohl hervorragend. Pro Jahr 400 Konzerte sprechen für sich. Ein Tipp: Möglichst zeitig besuchen, bevor Busladungen Touristen einfallen.

Das HAM – Helsinki Art Museum – öffnet ab 11 Uhr und wir sind pünktlich vor Ort. 😉 Insbesondere Kunst der Gegenwart ist hier zu finden. Spannend ist das Gebäude, das für die 1940 geplanten Olympischen Spiele erbaut wurde und vier Tennisfeldern Platz bot. Die Spiele fielen aus, das Gebäude blieb.

Weiter geht’s entlang des riesigen Shopping-Centers Kamppi mit integriertem unterirdischen Busbahnhof und Metrostation zum ebenso unterirdischen Kunstmuseum Amos Rex. Zuvor besuchen wir die „Kapelle der Stille“. Platziert am Rande des lebhaften Platzes vor der Shopping-Mall könnte sie leicht übersehen werden. Zwar ist der vollständig aus Holz bestehende Bau 12 m hoch, trägt aber keinerlei Insignien einer Kirche. Der schallisolierte Innenraum beeindruckt durch seine karge Gestaltung.

Nun aber hinunter in den 2000 m² großen Ausstellungsraum des Amos Rex. Auch hier wieder: Der Eindruck ist überwältigend! Der weitläufige Raum beherbergt zahlreiche Installationen, Videoarbeiten, Grafiken von jungen Künstlern. Avantgarde. In einem Nebenraum finden sich ein paar impressionistische Gemälde aus der Sammlung des Mäzens diese Museums: Amos Valentin Anderson.

Zur Abwechslung darf nach so viel Moderne etwas Klassisches genossen werden. Im 1842 errichteten Stadtpalast des reichen russischen Bierbrauers Sinebrychoff werden wir fündig. Einerseits geben die Räumlichkeiten Einblicke in die großbürgerliche Wohnkultur zwischen 1890 und 1910, andererseits beherbergen sie eine Sammlung Alter Meister, die Paul S. (ein Großneffe) und seine Frau Fanny anlegten. Cranach, Rembrandt, Brueghel, … Die Brauerei existiert immer noch und gehört heute zu Carlsberg. Die populäre Marke ist „Koff“.


Nach einem angenehmen Lunch im Restaurant Boulevard mäandern wir Richtung Süden bis an die Uferpromenade. Vom Café Ursula haben wir einen genialen Blick hinüber zur Festungsinsel Suomenlinna.


Der Uferlinie Richtung Westen folgend, vorbei an diversen Strandbars und Bootsliegeplätzen, erreichen wir die Huvilakatu. In dieser Straße reiht sich ein Jugendstilhaus an das andere. Jedes Haus ist individuell gestaltet. Vielfach sind typische Ornamente und Verzierungen zu sehen. Vorbei am Observatorium erreichen wir unser Hotel „Fabian“.

Morgen überqueren wir die Ostsee Richtung Tallinn.

Als Fazit: Helsinki ist einen Besuch wert, möglichst bei gutem Wetter. Es gibt viel zu sehen, die Stadt hat Flair, die vorgelagerten Inseln sind ein Highlight. Allerdings: Helsinki ist nicht billig, die Kreditkarte sollte belastbar sein. Im Rückblick ärgern wir uns, nicht die Helsinki-Card gekauft zu haben. Wenigstens hat der Senior Andreas in einigen Museen Rabatt bekommen …

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3 Kommentare zu „Baltica03 – Impressionen aus Helsinki“

  1. Helsinki = Erinnerung an aufregende Zeiten. WM im Synchron. Und die letzte, die wir miterleben durften. Nur war es viel kälter und weiß. Am besten kam man mit Ski voran.

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